Sommertour im Wahlkreis mit Andreas Dressel | 04.08.2016

Jedes Jahr nutzen wir die sitzungsfreie Zeit, um Vereine, Einrichtungen und Unternehmen zu besuchen. Am 4. August kam dafür unser SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Dressel in den Wahlkreis, um zusammen mit meinem Kollegen Marc Schemmel und mir sowie örtlichen SPD-Bezirksabgeordneten in allen Stadtteilen Station zu machen.
Den Beginn machte das Wasserwerk Schnelsen. Hier wurden wir vom Hamburg Wasser-Geschäftsführer Dr. Michael Beckereit und dem Leiter der Wasserwerke, Christoph Czekalla empfangen.
Im Jahr 1931 erschloss die Gemeinde Schnelsen die Brunnenfassungen und baute das jetzige Schnelsener Wasserwerk. Im Jahre 1990 wurde das Werk von Grund auf erneuert. Es fördert sein Rohwasser aus 14 Brunnen mit Tiefen zwischen 31 und 205 Metern. Im Werk wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert und fließt dann durch vier geschlossene Schnellfilter. Aus den drei Trinkwasserbehältern mit einem Gesamtvolumen von 13.000 Kubikmetern transportieren drei Pumpen täglich 15.000 Kubikmeter in die Hamburger Stadtteile Eidelstedt, Niendorf, Groß Borstel und Schnelsen sowie in einige Nachbargemeinden.
Mit den Verantwortlichen diskutierten wir über zentrale Themen wie Wassergewinnung, Trinkwasserversorgung- und Qualität sowie Wasserverbräuche.

Christoph Czekalla erläutert die Funktionsweise des Wasserwerkes

Der Verbrauch schwankt sehr, in den Wohngebieten ist ein hoher Bedarf morgens und abends zu messen, während in den Gebieten mit Gewerbe tagsüber der Verbrauch ansteigt. Die Qualität des Trinkwassers ist in Schnelsen wie bei allen Wasserwerken in Hamburg sehr gut, es kann täglich getrunken werden und ist auch für Babys und Kleinkinder zum Verzehr geeignet.
Für die künftige Gewinnung von Trinkwasser muss aber auch nach neuen Standorten gesucht werden – ein Thema, das es bei künftigen Bebauungsplänen zu berücksichtigen gilt. Wir werden das in der Politik intensiv begleiten.
Anschließend ging es in die Erstaufnahme für Flüchtlinge an der Niendorfer Schmiedekoppel. Betrieben wird die Unterkunft vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der auch schon in der Unterkunft an der Papenreye hervorragende Arbeit leistet.
Begrüßt wurden wir von der Einrichtungsleiterin Inga Schulze, komplettiert wurde unsere Gruppe von Mitarbeitern des Zentralen Flüchtlingskoordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) und ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen der Initiative „Wir für Niendorf“.

In „großer Runde“ unterwegs auf der Baustelle SchmiedekoppelIn die Container auf der Asphaltfläche hinter Mercedes sind Anfang Juli die ersten 350 Flüchtlinge gezogen, die vorher in der Papenreye untergebracht waren. Bei einem Rundgang konnten wir uns ein Bild von den laufenden Baumaßnahmen auf der nördlichen Fläche machen; hier wird ein Containerdorf mit Kita, kleinen Dorfplätzen, Kantine, Arztcontainer, etc. mit 400 Plätzen hergerichtet. Ursprünglich war die Unterkunft für 1.800 Plätze ausgelegt; die Planungen sind nun angepasst worden und der Standort soll dann eine maximale Kapazität von 950 Plätzen haben.
Mit den AnwohnerInnen finden regelmäßige Gesprächsrunden statt, bei denen zum einen über die Situation und Planungen in der Unterkunft informiert wird und zum anderen die nachbarschaftlichen Belange zur Sprache kommen.
Frau Gottsmann und Frau Schrader von der Initiative „Wir für Niendorf“ berichteten von ihren Erfahrungen in den letzten Monaten bei der Arbeit mit den Flüchtlingen in den Niendorfer Standorten. Obwohl es viele kurzfristige Maßnahmen und Verzögerungen bei der Umsetzung gab und die Ehrenamtlichen oft unter schwierigen Bedingungen gearbeitet haben, sind nach wie vor viele Menschen engagiert.
Wichtig wird sein, dass inner- und außerhalb der Schmiedekoppel und weiterer Einrichtungen im Umfeld – wie bspw. an der Niendorfer Str., am Hagendeel und an der Papenreye – ausreichende sozialräumliche Angebote gemacht werden, damit die Integration in die Stadtteile gelingen kann. Das ZKF kündigte bei diesem Treffen an, dass derzeit geprüft wird, eine der mittlerweile leeren Tennishallen an der Papenreye für Angebote zur Verfügung zu stellen.

Im Anschluss ging es zur Lokstedter Amsinck-Villa, der ehemaligen Sommerresidenz des Hamburger Kaufmanns und Mitbegründers der Vereinsbank, Wilhelm Amsinck (1821 – 1909).

Seit Jahren setzen wir uns für den Erhalt der historischen Amsinck-Villa ein. Ende 2012 wurden von der Bezirksversammlung 150.000 Euro für die Sanierung der Amsinck-Villa zur Verfügung gestellt; die Hamburgische Bürgerschaft hatte zudem 500.000 Euro aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ zur Rettung der Villa zugesagt.

 

Die Villa im Amsinck-Park

Mit der Rudolf-Ballin-Stiftung wurde – nach durchgeführten Interessenbekundungs- und Ausschreibungsverfahren – eine Nutzerin gefunden, die mit ihrem Konzept auf die bezirklichen Vorgaben eingegangen ist und ihre Überlegungen bereits im April 2012 erstmalig vorgestellt hat.
Demnach wird eine Kita für 90 Kinder in die neoklassizistische Villa einziehen, womit sich im Grunde genommen ein Kreis schließt: Schon im vorletzten Jahrhundert gab es hier ordentlich Kinderlärm, denn Amsinck hatte zwölf Kinder.
Die Außenfassade der Villa ist wiederhergestellt und erstrahlt im alten Glanz, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde u. a. die gleiche Farbgebung wie zur Zeit der Erbauung berücksichtigt. Im Inneren des Hauses gestaltet sich die Sanierung wegen des Befalls von Schädlingen und Pilzen sehr viel aufwändiger. Doch die Verantwortlichen sind guter Dinge, dass die Arbeiten im kommenden Jahr abgeschlossen werden, die Eröffnung der Kita sei für den Sommer 2017 vorgesehen, so Harald Clemens, Geschäftsführer der Ballin-Stiftung.